Boxer Klub Gruppe Winsen/Luhe

 

Niedersächsisches Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung

(NWaldLG)

Vom 21.März 2002 (Nds.GVBl. Nr.11/2002 S.112), geändert durch Art.16 des

Gesetzes v.12.12.2004 (Nds.GVBl. Nr.31/2003 S.446), des Gesetzes v.

16.12.2004 (Nds.GVBl. Nr.42/2004 S.616), durch Art.5 des Gesetzes v.

10.11.2005 (Nds.GVBl. Nr.23/2005 S.334) und Gesetz vom 26.3.2009

(Nds.GVBl. Nr.7/2009 S.112) und Art. 16 des Gesetzes v. 13.10.2011

(Nds.GVBl. Nr.24/2011 S.353) - VORIS 79100 -

S i e b e n t e r T e i l

Verhalten in der freien Landschaft

§ 33

Pflichten zum Schutz vor Schäden

(1) In der freien Landschaft ist jede Person verpflichtet,

1. dafür zu sorgen, dass ihrer Aufsicht unterstehende Hunde

a. nicht streunen oder wildern und

b. in der Zeit vom 1.April bis zum 15.Juli (allgemeine Brut-, Setz- und

Aufzuchtzeit), an der Leine geführt werden, es sei denn,

dass sie zur rechtmäßigen Jagdausübung, als Rettungs- oder

Hütehunde oder von der Polizei, dem Bundesgrenzschutz oder

dem Zoll eingesetzt werden oder ausgebildete Blindenführhunde

sind,

2. Koppeltore, Wildgattertore und andere zur Sperrung von Eingängen in

eingefriedete Grundstücke oder von Wegen dienende Vorrichtungen

nach dem Öffnen zu schließen,

3. das eigene und das anvertraute Vieh außerhalb eingefriedeter

Grundstücke zu beaufsichtigen oder zu sichern.

(2) Die Feld- und Forstordnungsbehörden können durch Verordnung

bestimmen, dass Hunde in der freien Landschaft auch außerhalb der Zeit vom

1.April bis zum 15.Juli an der Leine zu führen sind

1. zum Schutz der Rückzugsmöglichkeiten des Wildes oder sonstiger

wild lebender Tiere vor Beunruhigung durch Festlegung von

Schongebieten oder

2. zum Schutz von Erholungssuchenden vor Belästigungen durch frei

laufende Hunde auf Grundflächen, die besonderen Formen der

Erholung dienen, insbesondere auf Liegewiesen, Spielplätzen und

Sportanlagen.

Die Ausnahmen nach Absatz 1 Nr.1 Buchst. b bleiben unberührt.

 

Niedersächsisches Gesetz über das Halten von Hunden

(NHundG)

 

*)

Vom 26. Mai 2011

(Nds. GVBl. S. 130, 184 – VORIS 21011 –)

§ 1

Zweck des Gesetzes, Geltungsbereich

(1) Zweck des Gesetzes ist es, Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung

vorzubeugen und abzuwehren, die mit dem Halten und dem Führen von Hunden verbunden

sind.

(2) Dieses Gesetz gilt für das Halten von Hunden in Niedersachsen durch

Hundehalterinnen und Hundehalter, die

1. in Niedersachsen mit alleiniger Wohnung oder mit Hauptwohnung gemeldet sind,

2. sich länger als zwei Monate ununterbrochen in Niedersachsen aufhalten, wobei

unwesentliche Unterbrechungen unberücksichtigt bleiben, oder

3. den Sitz, eine Niederlassung oder eine Betriebsstätte in Niedersachsen haben und der

Hund sich dort aufhält,

sowie für das Führen von Hunden in Niedersachsen.

§ 2

Allgemeine Pflichten

Hunde sind so zu halten und zu führen, dass von ihnen keine Gefahren für die

öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgehen.

§ 3

Sachkunde

 

1)

(1)

 

1Wer einen Hund hält, muss die dafür erforderliche Sachkunde besitzen. 2Sie ist der

Gemeinde auf Verlangen durch die erfolgreiche Ablegung einer theoretischen und einer

*

 

) Dieses Gesetz dient auch der Umsetzung der Richtlinie 2006/123/EG des Europäischen Parlaments und des

Rates vom 12. Dezember 2006 über Dienstleistungen im Binnenmarkt (ABl. EU Nr. L 376 S. 36).

3

praktischen Sachkundeprüfung nachzuweisen.

 

3Die theoretische Sachkundeprüfung ist vor

der Aufnahme der Hundehaltung, die praktische Prüfung während des ersten Jahres der

Hundehaltung abzulegen.

 

4Wird der Hund von einer juristischen Person gehalten, so muss

die für die Betreuung des Hundes verantwortliche Person die erforderliche Sachkunde

besitzen.

(2)

 

1In der theoretischen Sachkundeprüfung sind die erforderlichen Kenntnisse über

1. die Anforderungen an die Hundehaltung unter Berücksichtigung des Tierschutzrechts,

2. das Sozialverhalten von Hunden und rassespezifische Eigenschaften von Hunden,

3. das Erkennen und Beurteilen von Gefahrensituationen mit Hunden,

4. das Erziehen und Ausbilden von Hunden und

5. Rechtsvorschriften für den Umgang mit Hunden

nachzuweisen.

 

2In der praktischen Sachkundeprüfung ist nachzuweisen, dass die nach

Satz 1 erforderlichen Kenntnisse im Umgang mit einem Hund angewendet werden können.

3

 

Die die Prüfung abnehmende Person oder Stelle hat über das Bestehen der jeweiligen

Prüfung eine Bescheinigung auszustellen und dafür ein vom Fachministerium für verbindlich

erklärtes Muster zu verwenden.

(3)

 

1Die Sachkundeprüfungen werden von Personen und Stellen abgenommen, die eine

Fachbehörde zu diesem Zweck anerkannt hat.

 

2Die Anerkennung erhält auf Antrag, wer die

für die Abnahme der Prüfungen erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten nachweist.

(4) Eine Person oder Stelle, die

1. in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union,

2. in einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum

oder

3. in einem Staat, demgegenüber die Mitgliedstaaten der Europäischen Union vertragsrechtlich

zur Gleichbehandlung seiner Staatsangehörigen verpflichtet sind,

nach gleichwertigen Anforderungen oder in einem anderen Bundesland eine entsprechende

Anerkennung erhalten hat, gilt in Niedersachsen als anerkannt.

1

 

) § 3 Abs. 1 bis 3 Satz 1 und Abs. 4 tritt erst am 1. Juli 2013 in Kraft (Artikel 3 Abs. 1 Satz 2 des G vom 26. Mai

2011, Nds. GVBl. S. 130).

4

(5)

 

1Das Anerkennungsverfahren kann über eine einheitliche Stelle nach den Vorschriften

des Verwaltungsverfahrensgesetzes abgewickelt werden.

 

2Hat die Fachbehörde

nicht innerhalb einer Frist von drei Monaten über den Antrag auf Anerkennung entschieden,

so gilt die Anerkennung als erteilt; im Übrigen findet § 42 a des Verwaltungsverfahrensgesetzes

Anwendung.

 

3Wer eine Anerkennung erhalten hat und die Anerkennungsvoraussetzungen

nicht mehr erfüllt, hat dies der Fachbehörde oder einer einheitlichen Stelle mitzuteilen.

(6)

 

1Die nach Absatz 1 Satz 1 erforderliche Sachkunde besitzt auch, wer nachweislich

1. innerhalb der letzten zehn Jahre vor der Aufnahme der Hundehaltung oder Betreuung

für eine juristische Person über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren

ununterbrochen einen Hund gehalten oder für eine juristische Person betreut hat,

2. Tierärztin oder Tierarzt oder Inhaberin oder Inhaber einer Erlaubnis nach § 2 Abs. 2 der

Bundes-Tierärzteordnung zur vorübergehenden Ausübung des tierärztlichen Berufs ist,

3. Brauchbarkeitsprüfungen für Jagdhunde abnimmt oder eine solche Prüfung mit einem

Hund erfolgreich abgelegt hat,

4. eine sonstige Prüfung bestanden hat, die vom Fachministerium als den Prüfungen nach

Absatz 1 Satz 2 gleichwertig anerkannt worden ist,

5. eine Erlaubnis nach § 11 Abs. 1 Satz 1 Nrn. 2 oder 2 b des Tierschutzgesetzes

(TierSchG) zum Halten von Hunden in einem Tierheim oder einer ähnlichen Einrichtung

für die dort gehaltenen Hunde oder zur Ausbildung von Hunden zu Schutzzwecken für

Dritte zur Unterhaltung einer Einrichtung hierfür besitzt,

6. für die Betreuung eines von einer juristischen Person des öffentlichen Rechts oder

fremder Streitkräfte gehaltenen Diensthundes verantwortlich ist, oder

7. einen Blindenführhund oder einen Behindertenbegleithund hält.

2

 

Die nach Satz 1 Nr. 4 als gleichwertig anerkannten Prüfungen macht das Fachministerium

im Niedersächsischen Ministerialblatt bekannt.

§ 4

Kennzeichnung

1

 

Ein Hund, der älter als sechs Monate ist, ist durch ein elektronisches Kennzeichen

(Transponder) mit einer Kennnummer zu kennzeichnen.

 

2Der Transponder muss in der

Codestruktur und dem Informationsgehalt dem Standard ISO 11784 („Radio-frequency

5

identification of animals - Code structure“, Ausgabe August 1996) entsprechen.

 

3Der

Transponder muss den im Standard ISO 11785 („Radio-frequency identification of animals -

Technical Concept“, Ausgabe Oktober 1996, Berichtigung Dezember 2008) festgelegten

technischen Anforderungen entsprechen.

 

4Die ISO-Normen können bei der Beuth-Verlag

GmbH, 10772 Berlin, bezogen werden; sie sind beim Deutschen Patent- und Markenamt

archivmäßig gesichert niedergelegt.

§ 5

Haftpflichtversicherung

1

 

Für die durch einen Hund, der älter als sechs Monate ist, verursachten Schäden ist eine

Haftpflichtversicherung mit einer Mindestversicherungssumme von 500 000 Euro für

Personenschäden und von 250 000 Euro für Sachschäden abzuschließen.

 

2Zuständige

Stelle nach § 117 Abs. 2 Satz 1 des Versicherungsvertragsgesetzes ist die nach § 17 Abs. 1

zuständige Gemeinde.

 

3Satz 1 gilt nicht für juristische Personen des öffentlichen Rechts und

für fremde Streitkräfte für die von ihnen gehaltenen Diensthunde.

§ 6

 

2)

Mitteilungspflicht

(1)

 

1Wer einen Hund hält, hat vor Vollendung des siebten Lebensmonats des Hundes

gegenüber der das zentrale Register (§ 16) führenden Stelle Folgendes anzugeben:

1. seinen Namen, bei natürlichen Personen auch Vorname, Geburtstag und Geburtsort,

2. seine Anschrift,

3. das Geschlecht und das Geburtsdatum des Hundes,

4. die Rassezugehörigkeit des Hundes oder, soweit feststellbar, die Angabe der Kreuzung

und

5. die Kennnummer des Hundes (§ 4 Satz 1).

2

 

Ist der Hund bei der Aufnahme der Hundehaltung älter als sechs Monate, so sind die

Angaben innerhalb eines Monats nach Aufnahme der Hundehaltung zu machen.

(2) Die folgenden Änderungen hat die Hundehalterin oder der Hundehalter innerhalb

eines Monats gegenüber der das zentrale Register führenden Stelle anzugeben:

2

 

) § 6 tritt erst am 1. Juli 2013 in Kraft (Artikel 3 Abs. 1 Satz 2 des G vom 26. Mai 2011, Nds. GVBl. S. 130).

6

1. die Aufgabe des Haltens des Hundes,

2. das Abhandenkommen und den Tod des Hundes sowie

3. Änderungen der Anschrift.

§ 7

Gefährliche Hunde

(1)

 

1Erhält die Fachbehörde einen Hinweis darauf, dass ein Hund, der von einer

Hundehalterin oder einem Hundehalter nach § 1 Abs. 2 gehalten wird, eine gesteigerte

Aggressivität aufweist, insbesondere

1. Menschen oder Tiere gebissen oder sonst eine über das natürliche Maß hinausgehende

Kampfbereitschaft, Angriffslust oder Schärfe gezeigt hat oder

2. auf Angriffslust, auf über das natürliche Maß hinausgehende Kampfbereitschaft oder

Schärfe oder auf ein anderes in der Wirkung gleichstehendes Merkmal gezüchtet,

ausgebildet oder abgerichtet ist,

so hat sie den Hinweis zu prüfen.

 

2Ergibt die Prüfung nach Satz 1 Tatsachen, die den

Verdacht rechtfertigen, dass von dem Hund eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit

ausgeht, so stellt die Fachbehörde fest, dass der Hund gefährlich ist.

 

3Die Klage gegen die

Feststellung nach Satz 2 hat keine aufschiebende Wirkung.

(2)

 

1Wer einen Hund hält, der außerhalb des Geltungsbereiches dieses Gesetzes durch

Verwaltungsakt als gefährlich eingestuft worden ist, hat dies der Fachbehörde unverzüglich

mitzuteilen.

 

2Die Fachbehörde hat zu prüfen, ob der Hund gefährlich ist; Absatz 1 Sätze 2

und 3 gilt entsprechend.

§ 8

Erlaubnisvorbehalt für das Halten gefährlicher Hunde

(1) Das Halten eines Hundes, dessen Gefährlichkeit nach § 7 festgestellt worden ist,

bedarf der Erlaubnis der Fachbehörde.

7

(2) Einer Erlaubnis nach Absatz 1 bedürfen nicht

1. die Inhaberinnen und Inhaber einer Erlaubnis nach § 11 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 TierSchG

zum Halten von Hunden in einem Tierheim oder einer ähnlichen Einrichtung für die dort

gehaltenen Hunde und

2. juristische Personen des öffentlichen Rechts und fremde Streitkräfte für die von ihnen

gehaltenen Diensthunde.

§ 9

Beantragung der Erlaubnis

1

 

Die Hundehalterin oder der Hundehalter hat unverzüglich nach der Feststellung der

Gefährlichkeit des Hundes eine Erlaubnis nach § 8 zu beantragen oder das Halten des

Hundes aufzugeben.

 

2Wird die Erlaubnis beantragt, so gilt das Halten des gefährlichen

Hundes bis zur Entscheidung über den Antrag als erlaubt.

 

3Wird die Haltung des Hundes

aufgegeben, so sind der Fachbehörde Name und Anschrift der neuen Halterin oder des

neuen Halters anzugeben; diese oder dieser ist darauf hinzuweisen, dass die Gefährlichkeit

des Hundes festgestellt worden ist.

 

4Ab Feststellung der Gefährlichkeit ist der Hund

außerhalb ausbruchsicherer Grundstücke anzuleinen und hat einen Beißkorb zu tragen.

§ 10

Voraussetzungen und Inhalt der Erlaubnis

(1) Die Erlaubnis nach § 8 ist nur zu erteilen, wenn

1. die Hundehalterin oder der Hundehalter

a) das 18. Lebensjahr vollendet hat,

b) die zum Halten des Hundes erforderliche Zuverlässigkeit (§ 11) und persönliche

Eignung (§ 12) besitzt und

c) nach der Feststellung der Gefährlichkeit des Hundes eine praktische Sachkundeprüfung

gemäß § 3 mit dem Hund bestanden hat, § 3 Abs. 6 findet insoweit keine

Anwendung,

2. die Fähigkeit des Hundes zu sozialverträglichem Verhalten durch einen Wesenstest

(§ 13) nachgewiesen ist und

8

3. der Hund gemäß § 4 gekennzeichnet und für ihn eine Versicherung nach § 5 nachgewiesen

ist.

(2) Ist die Hundehalterin oder der Hundehalter eine juristische Person, so sind die

Anforderungen des Absatzes 1 Nr. 1 durch die für die Betreuung des Hundes verantwortliche

Person zu erfüllen.

(3)

 

1Die Hundehalterin oder der Hundehalter hat der Behörde innerhalb von drei

Monaten nach Antragstellung die Unterlagen vorzulegen, die erforderlich sind, um das

Vorliegen der Erlaubnisvoraussetzungen zu prüfen.

 

2Die Frist kann auf Antrag einmal um

höchstens drei Monate verlängert werden.

 

3Nach Ablauf der Frist ist die Erlaubnis zu

versagen.

(4)

 

1Die Erlaubnis kann befristet und unter Vorbehalt des Widerrufs erteilt sowie mit

Bedingungen und Auflagen verbunden werden.

 

2Auflagen können auch nachträglich

aufgenommen, geändert oder ergänzt werden.

(5) Die Klage gegen die Versagung der Erlaubnis hat keine aufschiebende Wirkung.

§ 11

Zuverlässigkeit

1

 

Die erforderliche Zuverlässigkeit besitzt in der Regel nicht, wer

1. wegen einer vorsätzlich begangenen Straftat zu einer Geldstrafe von mehr als 60 Tagessätzen

oder zu einer Freiheitsstrafe rechtskräftig verurteilt worden ist, wenn seit dem

Eintritt der Rechtskraft der letzten Verurteilung fünf Jahre noch nicht verstrichen sind,

oder

2. wiederholt oder gröblich gegen Vorschriften dieses Gesetzes verstoßen hat.

2

 

Zur Prüfung der Zuverlässigkeit hat die Hundehalterin oder der Hundehalter ein Führungszeugnis

zur Vorlage bei einer Behörde nach § 30 Abs. 5 des Bundeszentralregistergesetzes

zu beantragen.

 

3Die Fachbehörde kann im Rahmen der Prüfung der Zuverlässigkeit eine

unbeschränkte Auskunft aus dem Bundeszentralregister einholen.

9

§ 12

Persönliche Eignung

(1) Die erforderliche persönliche Eignung besitzt in der Regel nicht, wer

1. geschäftsunfähig ist,

2. aufgrund einer psychischen Krankheit oder einer geistigen oder seelischen Behinderung

nach § 1896 des Bürgerlichen Gesetzbuchs betreut wird,

3. von Alkohol oder Betäubungsmitteln abhängig ist oder

4. aufgrund geringer körperlicher Kräfte den Hund nicht sicher führen kann.

(2) Sind Tatsachen bekannt, die Bedenken gegen die persönliche Eignung begründen,

so kann die Fachbehörde die Beibringung eines fachärztlichen oder fachpsychologischen

Gutachtens anordnen.

§ 13

Wesenstest

(1)

 

1Die Fähigkeit des Hundes zu sozialverträglichem Verhalten ist durch einen

Wesenstest nachzuweisen, der gemäß den Vorgaben des Fachministeriums durchgeführt

worden ist.

 

2Der Wesenstest ist von einer vom Fachministerium zugelassenen Person durchzuführen.

3

 

Die Zulassung wird Personen, die nach § 3 der Bundes-Tierärzteordnung die

Berufsbezeichnung „Tierärztin“ oder „Tierarzt“ führen dürfen, auf Antrag erteilt, wenn sie

vertiefte Kenntnisse und Erfahrungen in der Verhaltenstherapie mit Hunden haben.

(2) Eine Person, die

1. in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union,

2. in einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum

oder

3. in einem Staat, demgegenüber die Mitgliedstaaten der Europäischen Union vertragsrechtlich

zur Gleichbehandlung seiner Staatsangehörigen verpflichtet sind,

oder in einem anderen Bundesland nach gleichwertigen Anforderungen eine entsprechende

Zulassung erhalten hat, gilt in Niedersachsen als zugelassen.

10

(3)

 

1Das Zulassungsverfahren kann über eine einheitliche Stelle nach den Vorschriften

des Verwaltungsverfahrensgesetzes abgewickelt werden.

 

2Hat das Fachministerium nicht

innerhalb einer Frist von drei Monaten über den Antrag auf Zulassung entschieden, so gilt

die Zulassung als erteilt; im Übrigen findet § 42 a des Verwaltungsverfahrensgesetzes

Anwendung.

 

3Wer eine Zulassung erhalten hat und die Zulassungsvoraussetzungen nicht

mehr erfüllt, hat dies dem Fachministerium oder einer einheitlichen Stelle mitzuteilen.

§ 14

Führen eines gefährlichen Hundes

(1)

 

1Ein gefährlicher Hund darf nur von der Hundehalterin oder dem Hundehalter

persönlich oder von einer Person geführt werden, die eine Bescheinigung nach Satz 2

besitzt.

 

2Die Fachbehörde stellt einer anderen Person als der Hundehalterin oder dem

Hundehalter auf Antrag eine Bescheinigung darüber aus, dass sie den gefährlichen Hund

führen darf, wenn die Person die Voraussetzungen des § 10 Abs. 1 Nr. 1 erfüllt.

(2) Beim Führen des gefährlichen Hundes außerhalb eines ausbruchsicheren Grundstücks

hat

1. die Hundehalterin oder der Hundehalter die Erlaubnis nach § 8 und

2. die beauftragte Person die Erlaubnis nach § 8 und die Bescheinigung nach Absatz 1

Satz 2

mitzuführen und der Gemeinde auf Verlangen zur Prüfung auszuhändigen.

(3)

 

1Außerhalb ausbruchsicherer Grundstücke ist ein gefährlicher Hund anzuleinen. 2Auf

Antrag kann die Fachbehörde den Leinenzwang, insbesondere unter Berücksichtigung des

Wesenstests, ganz oder teilweise aufheben.

(4) § 9 Satz 3 gilt entsprechend.

§ 15

Mitwirkungspflichten, Betretensrecht

(1)

 

1Soweit es zur Durchführung dieses Gesetzes erforderlich ist, haben Personen, die

einen Hund halten oder führen, auf Verlangen der Gemeinde oder der Fachbehörde die den

Hund betreffenden Feststellungen zu ermöglichen, Auskünfte zu erteilen und Unterlagen

vorzulegen.

 

2Die zur Auskunft verpflichtete Person kann die Auskunft auf solche Fragen

11

verweigern, deren Beantwortung sie oder eine der in § 383 Abs. 1 Nrn. 1 bis 3 der

Zivilprozessordnung bezeichneten Personen der Gefahr strafrechtlicher Verfolgung oder

eines Verfahrens nach dem Gesetz über Ordnungswidrigkeiten aussetzen würde.

(2)

 

1Beschäftigte und sonstige Beauftragte der Gemeinde und der Fachbehörde dürfen,

soweit es zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben erforderlich ist,

1. Grundstücke mit Ausnahme von Wohngebäuden jederzeit und

2. Betriebsräume während der Betriebszeiten

betreten.

 

2Das Grundrecht der Unverletzlichkeit der Wohnung (Artikel 13 Abs. 1 des

Grundgesetzes) wird insoweit eingeschränkt.

§ 16

Zentrales Register

(1)

 

1Das Fachministerium führt ein zentrales Register, in dem die Angaben der

Hundehalterinnen und Hundehalter nach § 6 gespeichert werden.

 

2Das Register dient der

Identifizierung eines Hundes, der Ermittlung der Hundehalterin oder des Hundehalters und

der Gewinnung von Erkenntnissen über die Gefährlichkeit von Hunden in Abhängigkeit von

Rasse, Geschlecht und Alter.

(2)

 

1Das Fachministerium kann das Führen des zentralen Registers einer Landesbehörde

übertragen.

 

2Es kann auch eine juristische Person des Privatrechts mit deren

Einverständnis durch Verwaltungsakt oder durch öffentlich-rechtlichen Vertrag mit dem

Führen des zentralen Registers beauftragen, wenn die Beauftragte die Gewähr für eine

sachgerechte Erfüllung der Aufgabe bietet.

 

3Das Fachministerium macht die Übertragung

oder Beauftragung im Niedersächsischen Ministerialblatt bekannt.

 

4Die Beauftragte unterliegt

der Fachaufsicht des Fachministeriums.

(3) Die Fachbehörde und die Gemeinde können im Rahmen ihrer Aufgabenerfüllung

nach diesem Gesetz Auskunft aus dem zentralen Register einholen.

§ 17

Zuständigkeit, sonstige Maßnahmen

(1)

 

1Die Gemeinde überwacht die Einhaltung der §§ 2 bis 6 und 14. 2Die Fachbehörde

überwacht die Einhaltung der Vorschriften dieses Gesetzes im Übrigen.

12

(2)

 

1Die Aufgaben der Fachbehörde nach diesem Gesetz werden von den Landkreisen

und kreisfreien Städten wahrgenommen.

 

2Die Zuständigkeit der großen selbstständigen

Städte und der selbstständigen Gemeinden wird ausgeschlossen.

(3) Die Gemeinden und Fachbehörden erfüllen ihre Aufgaben im übertragenen

Wirkungskreis.

(4)

 

1Die zuständigen Behörden können die zur Einhaltung der Vorschriften dieses

Gesetzes im Einzelfall erforderlichen Maßnahmen treffen.

 

2Die Gemeinde kann Hundehalterinnen

und Hundehaltern, insbesondere wenn sie

1. a) wegen einer vorsätzlich begangenen Straftat zu einer Geldstrafe von mehr als 60

Tagessätzen oder zu einer Freiheitsstrafe rechtskräftig verurteilt worden sind, wenn

seit dem Eintritt der Rechtskraft der letzten Verurteilung fünf Jahre noch nicht

verstrichen sind,

b) geschäftsunfähig sind,

c) aufgrund einer psychischen Krankheit oder einer geistigen oder seelischen

Behinderung nach § 1896 des Bürgerlichen Gesetzbuchs betreut werden oder

d) von Alkohol oder Betäubungsmitteln abhängig sind,

2. wiederholt oder gröblich gegen Vorschriften dieses Gesetzes verstoßen haben,

3. aufgrund geringer körperlicher Kräfte den Hund nicht sicher führen können,

aufgeben, den Hund außerhalb ausbruchsicherer Grundstücke anzuleinen oder mit einem

Beißkorb zu versehen oder das Halten des Hundes untersagen.

 

3Zur Prüfung der

Voraussetzungen des Satzes 2 Nr. 1 Buchst. d kann die Gemeinde die Beibringung eines

fachärztlichen oder fachpsychologischen Gutachtens anordnen.

(5) Die Befugnis der nach § 55 des Niedersächsischen Gesetzes über die öffentliche

Sicherheit und Ordnung zuständigen Behörden, Verordnungen zur Abwehr abstrakter von

Hunden ausgehender Gefahren zu erlassen, bleibt unberührt.

13

§ 18

Ordnungswidrigkeiten

(1) Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig

1. entgegen § 3 einen Hund ohne die erforderliche Sachkunde hält,

2. entgegen § 4 einen Hund ohne Kennzeichnung durch einen Transponder hält,

3. entgegen § 5 Satz 1 einen Hund ohne Haftpflichtversicherung hält,

4. entgegen § 6 Angaben nicht, nicht rechtzeitig, nicht richtig oder nicht vollständig macht,

5. entgegen § 7 Abs. 2 Satz 1 das Halten eines Hundes nicht unverzüglich mitteilt,

6. entgegen § 8 einen gefährlichen Hund ohne Erlaubnis hält,

7. die nach § 9 Satz 3 oder § 14 Abs. 4 erforderlichen Angaben nicht macht,

8. entgegen § 9 Satz 4 einen gefährlichen Hund führt, der nicht angeleint ist oder keinen

Beißkorb trägt,

9. einer vollziehbaren Auflage nach § 10 Abs. 4 zuwiderhandelt,

10. entgegen § 14 Abs. 1 eine Person mit dem Führen eines gefährlichen Hundes

beauftragt, die für den Hund keine Bescheinigung nach § 14 Abs. 1 Satz 2 besitzt,

11. entgegen § 14 Abs. 2

a) die Erlaubnis nach § 8 oder

b) die Bescheinigung nach § 14 Abs. 1 Satz 2

nicht mitführt oder nicht aushändigt,

12. entgegen § 14 Abs. 3 einen gefährlichen Hund führt, der nicht angeleint ist,

13. entgegen § 15 Abs. 1 eine Feststellung nicht ermöglicht, eine Auskunft nicht erteilt oder

Unterlagen nicht vorlegt,

14. einer vollziehbaren Anordnung nach § 17 Abs. 4 zuwiderhandelt.

(2) Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu 10 000 Euro geahndet

werden.

14

§ 19

Übergangsregelungen

(1)

 

1Ist ein Hund, der vor dem 1. Juli 2011 durch einen Transponder, der nicht den

Anforderungen nach § 4 Sätze 2 und 3 entspricht, mit einer Kennnummer gekennzeichnet

worden, so ist dies ausreichend.

 

2In diesem Fall hat die Hundehalterin oder der Hundehalter

dafür zu sorgen, dass der Fachbehörde bei Bedarf für den Transponder ein Lesegerät zur

Verfügung steht.

(2) Erlaubnisse zum Halten eines gefährlichen Hundes nach § 3 Abs. 1 des

Niedersächsischen Gesetzes über das Halten von Hunden vom 12. Dezember 2002 (Nds.

GVBl. 2003 S. 2), geändert durch Gesetz vom 30. Oktober 2003 (Nds. GVBl. S. 367), gelten

als Erlaubnisse nach § 8 fort.

(3) Wer am 1. Juli 2013 einen Hund hält, der älter als sechs Monate ist, hat die Angaben

nach § 6 Abs. 1 Satz 1 bis zum 1. August 2013 zu machen

 

.

(4) Zulassungen von Personen und Stellen für die Durchführung eines Wesenstests

nach § 9 des Niedersächsischen Gesetzes über das Halten von Hunden vom 12. Dezember

2002 (Nds. GVBl. 2003 S. 2), geändert durch Gesetz vom 30. Oktober 2003 (Nds. GVBl.

S. 367), gelten als Zulassungen nach § 13 fort.

 

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